Sondershausen,
13. Dezember 2003
In
Sondershausen (in der Nähe von Erfurt und Weimar), fand am 13. Dezember
2003 in einer Tiefe von ca. 700 m unter dem Meeresspiegel, in der der
Kalisalz-Mine
"Glückauf", die zweite Austragung des Unter-Tage Sparkassen
Marathon statt*. Die Mine ist ein Industrie-Monument, die als Erlebnis-Umgebung
nebst Führungen für viele Veranstaltungen benutzt wird, u.A.
Feste, Hochzeiten etc.
* gemäss Christian Hottas gab es am
6.3.2003 noch einen 2. Salzminenmarathon im Kalisalz-Bergwerk Merkers.
Da die Anzahl Marathon-Teilnehmer begrenzt ist (ca. 250-300 Personen),
hatte ich mich bereits vor einem dreiviertel Jahr angemeldet. Zu meiner
grossen Freude erhielt ich dann im September die Bestätigung. Da
ohnehin wieder einmal ein gemeinsamer Ausflug fällig war, reisten
Karola und ich per Bahn nach Erfurt.
In Erfurt fanden wir
ein kleines Hotel und mieteten ein Auto für den Trip nach Sondershausen
(ca. 85 km). Der Weihnachtsmarkt in Erfurt war nicht sehr gross aber trotzdem
„lustig“. Am anderen Morgen reisten wir dann nach Sondershausen.
Das Bergwerk, genannt
Erlebnis-Bergwerk Glückauf, war leicht zu finden. Wie üblich
- Nummer abholen und dann in die Schlange für den Lift hinunter.
Der Lift hatte zwei Kojen für je 10 Personen. Ein Transport dauert
ca. 6 Minuten. Doch es ist ein eigenartiges Gefühl, so in die Tiefe
gelassen (buchstäblich abgeseilt) zu werden. Unten erwartete uns
eine grosse Halle, die offen-sichtlich für Anlässe (Karnavall,
Parties etc.) ausgebaut war. Nach einer kurzen Ansprache dann der Start,
d.h. der erste Start war ein Showstart für Zuschauer und Presse,
anschliessend ging es ca. 400 m tief hinunter in einen ziemlich engen
Gang zum „echten“ Start.

Der Parcours ist eine
„8“ mit einer Länge von 10.5 km, die es dem zu Folge
4 Mal zu bewältigen gab. Pro Umlauf gab es eine Höhendifferenz
von 310 m! Es war wohl einer meiner schwersten Marathons, und zum ersten
Mal in meiner Läufergeschichte spielte ich sogar mit dem Gedanken,
aufzugeben. Grund dafür waren sicher mehrere Faktoren:
- Die Temperatur von
25 Grad war akzeptabel, aber die relative Luft-feuchtigkeit betrug 30%,
was sicher ein wesentliches Erschwernis war, um so mehr, als es für
die „Schlusslichter“ (wie mich) durch eine Falschplanung in
der letzten Runde keine Getränke mehr gab. Wasser, womit man sich
mit Schwämmen kühlen konnte, gab es überhaupt nicht (bei
30% RF eigentlich ein Muss!)
- Weiter gab es einen
konstanten Staubfilter (gut sichtbar in der Stirnlampe), der weitgehend
verursacht, bzw. verschlimmert wurde durch die – ohne sichtlichen
Grund zu schnell fahrenden – dieselbetriebenen Begleitfahrzeuge.
Ich weiss nicht worin der Sinn liegt, dass ein Kamerateam die Läufer
in einem Staub- und Rauchnebel filmt.
- Wie ich bereits
bei vorhergehender Gelegenheiten berichtet habe, sind Hügelläufe
nicht meine Stärke, sogar die 310 m pro Runde (siehe das Streckprofil)
machte mir sehr zu schaffen. Bedingt durch den kristallinen Untergrund
wirkte die Steigung zum Teil wie Glatteis.
- Das Laufen durch
die sparsam beleuchteten Gänge (war angekündet) teilweise nur
mit der Stirnlampe, kombiniert mit der schlechten Luft - wirkte (bei mir)
sehr auf das Gemüt. Obwohl man nicht gerade von Klaustrophobie reden
kann, wirkte das Ganze doch sehr beengend, es gibt so etwas wie einen
Tunnelblick.
Meine Zeiten waren
dann auch alles Andere als Rekordverdächtig: Zwischenzeiten
01:08:11, 01:14:23, 01:27:55, 01:31:42, Total: 05:22:12.
Es hat mich gefreut,
unterwegs wieder einige bekannte Gesichter gesehen zu haben, u.A. einige
Mitglieder der 100MC, darunter auch Christian Hottas. Ich bin ja auf dem
besten Weg zur Mitgliedschaft, der heutige Marathon war nach der Zählung
der 100MC der 40te. Wenn alles gut geht, kann ich somit in 2004 Vollmitglied
werden.
Auf jeden Fall war
ich froh, als es vorbei war! Nach dem Transport an die Oberfläche
traf ich Karola wieder, die mich abholte. Mann kann sich kaum vorstellen
wie froh ich war, wieder voll durchatmen zu können!
Wir
hatten das Hotel gewechselt und ich war wiederum froh, dass ich nach einer
Dusche zuerst einmal ein Nickerchen machen konnte.
Trotz allem hatte
ich am Abend bereits beschlossen, mich wieder einzuschreiben. Das nächste
Mal werde ich sicher mehr Steigungen trainieren, etwas, das ich bis anhin
wirklich vernachlässigt habe. Auf die Umgebungsbedingungen kann ich
mich nun durch die gesammelten Erfahrungen besser einstellen.
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