Faszination RaceWalking

Marcha Athleta, Marché athletique, Kapgang, Snelwandelen, Gehen

Eine oft unverstandene Sportart. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass RaceWalkers bei vielen Laufanlässen belächelt werden. Ich muss aber zugeben, dass ich auch ziemlich skeptisch war als ich, bedingt durch eine Laufverletzung, mit RaceWalk angefangen habe. Nachdem ich bereits einiges an Training hinter mich gebracht habe, weiss ich jedoch, dass es eine eigene Sportart ist die zwar mit Laufen verwandt ist aber eigene Regeln, Training und Herausforderungen hat. Das beste ist, wenn alle Fussgänger das Gemeinschaftliche propagieren und sich gegenseitig respektieren.

Geschichte:
Das wettkampfmässige "Gehen" ist im späten 17. Jahrhundert in Grossbritanien entstanden. Seit eh und je wurden Kutschen begleitet durch sog. "Footmen", die laufend und gehend die Gefährte ihrer Arbeitgeber begleiteten. Wie vieles in Grossbritanien, wurde dies Anlass zu Wettkampfen im wahrsten Sinne des Wortes indem die "Herren" die Leistungen ihrer Footmen für Wetten mit hohen Geldeinsätzen bewerteten. Die Wettkämpfe, meist über grössere Distanzen oder während 6, 12 oder 24 Stunden, fanden unter grosser Publikumsanteilnahme statt. In Australien forderten die Wettkämpfer wie "The Flying Pieman of Sidney" Postkutschen z.B. von Sidney nach Lithgow, heraus und gewannen!

Die erste britische Meisterschaften fanden 1866 statt. In 1908 wurden zwei Geh-Events ins Program der Olmpischen Spiele aufgenommen. Aufgrund von Unregelmässigkeiten beim Jurieren in 1924 gab es in 1928 keinen Geh-Wettkampf an den olympischen Spielen. Leider gab es an den Spielen von 2000 wieder Unklarheiten bei den Urteilen durch die Schiedsrichter, den Grund warum die Verantwortlichen (IAAF) vom olympischen Kommitee aufgefordert wurden, die Regeln für Alle, vor allem für die Zuschauer, transparenter zu machen.

Regeln:
Laufen/Joggen ist eine "freestyle" Sportart, d.h. es gilt eine bestimmte Distanz zu Fuss zu überbrücken. Bei RaceWalking (und einigen anderen dem Laufen verwandten Sportarten) gilt es bestimmte Regeln/Techniken einzuhalten. Hält sich ein Teilnehmer nicht an eine der Regeln, bekommt er/sie eine Verwarnung. Nach drei Verwarnungen wird ein Teilnehmer aus dem Rennen genommen. Beurteilt wird die Regelkonformität durch Schiedsrichter, das "aus dem Rennen nehmen" durch einen Haupt-Schiedsrichter. Die Probleme beim Jurieren kommen daher, dass das "aus dem Rennen nehmen" von den meisten Zuschauern als Disqualifikation gewertet wird und nicht, wie nach dem dritten misslungenen Versuch einen Stabhochspringers als zu meist ehrenhaftes Ende einer Leistung. Zu dieser Einschätzung tragen zwei Gegebenheiten bei: erstens das nicht Einhalten der Regel ist nicht sofort und für alle Zuschauer sichtbar (wie bei z.B. beim Stabhochsprung) und zweitens ist der Entscheid des Hauptschiedsrichters erst nach einiger Zeit möglich (nach der Meldung der Gehrichter). Dies kann dazu führen, dass ein Teilnehmer erst nach demZieleinlauf aus dem Rennen genommen wird! Dies passierte bei denOlymische Spielen in 2000. Das Zuschauer hierauf mit Unverständnis reagieren ist verständlich..

Offiziel sind die Regeln beim RaceWalk (Regel 230 der IWB - Int. Wettkampfbestimmungen):
Wettkampfmäßiges Gehen ist eine Abfolge von Schritten, die so gesetzt werden, dass der Geher so Kontakt mit dem Boden hat, dass kein mit menschlichem Auge sichtbarer Kontaktverlust vorkommt. Das ausschreitende Bein muss vom Moment des Aufsetzens auf den Boden bis zur aufrechten Stellung gestreckt sein, d.h. am Knie nicht gebeugt.

Gehricher:
Die Geher müssen einen Verweis erhalten, wenn durch die Art ihrer Fortbewegung die Einhaltung der Bestimmungen gefährdet ist. Jeder Disqualifikationsantrag eines Gehrichters wird Verwarnung genannt. Verwarnungen sind den Gehern zu erteilen, wenn diese durch die Art ihrer Fortbewegung - sichtbarer Verlust des Bodenkontaktes oder gebeugtes Knie - während eines Teils des Wettkampfes die Bestimmungen nicht erfüllen. Erhält ein Geher eine Verwarnung durch drei verschiedene Gehrichter, ist er disqualifiziert.

Als Hinweis für den Sportler, dass er in Gefahr ist gegen die Regel "Bodenkontakt" zu verstoßen
Als Hinweis für den Sportler, dass er in Gefahr ist gegen die Regel "Streckung" zu verstoßen.
Disqualifikation des Gehers - Wenn der Geher 3 Verwarnungen (Disquali- fikationsanträge) hat - Darf nur der Geh-Hauptkampfrichter (Obmann) oder der Assistent des Geh- Hauptkampfrichter - Der Geher hat sofort den Wettkampf zu beenden und die Wettkampfstrecke zu verlassen und die Startnummer abzunehmen
Auf dieser Tafel (steht an der Wettkampf- strecke) werden die Verwarnungen der Sportler angezeigt.Die Tafel zeigt dem Sportler, wie viele Verwarnungen (Disqualifikationsanträge) der Sportler hat. z.B. Sportler Nr123 hat eine Verwarnung Sportler Nr.17 hat 3 Verwarnungen und ist damit disqualifiziert

 

Bestzeiten:

20 Km Frauen 1:24:50 04.03.2001 Adler Olimpiada Ivanova, 05.05.1970 RUS
20 Km Männer 1:17:22 28.04.2002 Turku Francisco Javier Fernández, 06.03.1977 ESP

50 Km. Männer

3:36:39 08.08.2002 München Robert Korzeniowski, 30.07.1968 POL

Links: Andere Interessierte an dieser Laufdisziplin möchte ich auf die Pages der North American Racewalking Foundation, Racewalk.com, sowie auf die Homepage von Dave McGovern, einem bekannten US Racewalker, aufmerksam machen. Dass das Schnellgehen kein Kinderspiel ist, wird spätestens nach dem Lesen der Seite von dem "Lauf Paris-Colmar" klar, 535 Km mit jeweils min 4 Stunden obligatorische Nachtruhe!!


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