Kiel,
23. Februar 2002
Um
es vorweg zu nehmen, Kiel 2002 war für mich ein Super-Ereignis! Es
war nicht nur mein 20. Marathon sondern auch das erste Mal das ich (unerwartet)
unter vier Stunden einlief.
Eigentlich
war Kiel 2002 primär als Bahnausflug für Karola und mich gemeint,
das mehr durch die Atmosphäre (Hafen im Winter) als durch die zu
erwartende sportliche Leistung geprägt war. Mit dem Tageszug reisten
wir nach Kiel (1000 Km ab Basel). Das Hotel war gut, nur schade dass es
etwas ausserhalb des Zentrum lag. Die Häuser im Zentrum waren, vermutlich
durch die Deutsche Vorausscheidung des Eurovison Songfestivals, ausgebucht.
Das Wetter am Abend war ausgsprochen schlecht, Sturm und Regen. Am andern
Morgen dann die Ueberraschung! Wir wurden durch das Geräusch von
Schneeräumern geweckt. Das Schneetreiben hielt den ganzen Morgen
an und wir befürchten bereits das der Lauf abgesagt sein konnte.
Zum Glück sind die Norddeutschen in dieser Hinsicht einiges gewöhnt,
und der Lauf fand statt. Eingeschrieben für den Marathon hatten sich
etwas mehr als 200 Läufer. Wieviel sich kurzfristing entschieden
hatten auf Grund des Wetters nicht Teil zu nehmen weiss ich nicht.
Die
Organisation war ein wenig chaotisch, auch die Streckenmarkierung liess
zu wünschen übrig. Trotzdem ein grosses Dankeschön an die
Power-Schnecken, es braucht schon Durchhaltewille um so etwas zum 8. Mal
im Winter zu veranstalten! Der Parcours bestand aus vier Runden von etwas
mehr als 10 Km. Dabei benutzten beide Richtungen die gleiche Strasse am
Hafen entlang (grob gesagt vom Stena-Terminal zum Marine-Stützpunkt).
Die Aussicht war wunderschön, das Wetter hatte sich kurz vor dem
Start etwas gebessert und bis auf einige Schnee- und Hagelböhen war
es trocken, ab und zu zeigte sich sogar die Wintersonne!
Offensichtlich
bin ich für niedrige Temperaturen gebaut, Für mich war es sportlich
ein fantastisches Erlebnis, in guter Kondition und ohne Gehpausen durchgelaufen.
Nach einem langsamen Start (mehr bewusst als anderen Male) ein tempostabiles
"Mittelstück" wurde es mir nach 30 Km bewusst, dass es
eine persönliche Bestzeit geben konnte also gab ich etwas Gas. Der
Mann mit dem Hammer war sonst wo beschäftigt und hatte keine Zeit
für mich. Die Letzten 10 Km lief ich sogar in ein höheres Tempo
als die Ersten 30! Die letzten 2.195 sogar in 11:31 ! Endlich hatte ich
es geschaft: 03:59:30. Zugegeben, sehr knapp unter vier Stunden
aber wenn im Topsport hundertstel von Sekunden bestimmen, dann darf es
bei mir eine halbe Minute sein.
Es
hat mich auch sehr gefreut, an diesem Lauf Christian Hottas vom
100 Marathon-Club
Deutschland mal persönlich kennen gelernt zu haben. Nachdem wir
bereits einige male Mails und Links ausgetauscht hatten, ist es immer
gut Laufkollegen mal in Echt und Aktion zu treffen.
Nach
einem kurzen Spaziergang durch Kiel (Kalt und Schnee) und einem guten
chinesischen Essen nahmen wir die 1000 Km nach Basel unter die Bahnräder.
Dieses Mal im Schlafabteil. Wie am Anfang gesagt: Kiel 2002 wird für
mich ein unvergessliches Erlebnis bleiben! Aufgrund der guten Erinnerung
und da es ja in Februar nicht viel Anlässe gibt, ist es durchaus
möglich dass wir nochmals zurückkehren werden.
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