Hamburg,
26. Januar 2003
Nachdem
ich fast 4 Monate ausschliesslich mit Racewalking verbracht hatte, lockte
mich das Joggen wieder! Obwohl ich meine Racewalking-Erfahrungen wirklich
nicht missen möchte, ist Laufen doch etwas anderes. Ich beschloss
also, am ersten Cobra Fussgängertreff mal einen Halbmarathon zu laufen;
auf Bewährung so zu sagen. Alles OK! Ich hatte nur etwas Rückenweh,
wass ich auf Mangel an spezifischem Training zurückführte. Wird
also sicher weggehen. Da ich ehrlich gesagt bereits mit einem derartigen
Resultat gerechnet hatte, habe ich mich "profilaktisch" schon
für den "4th
100MC-Marathon in the St.Pauli-Elbtunnel" in Hamburg
angemeldet.
Christian
Hottas vom 100 Mararthon Club war so lieb und verzeihte mir meine späte
Anmeldung, und die Deutsche Bahn belohnte mich mit einem Sonder-Ticket
für EUR 99.-- Basel-Hamburg CityNightLine. Bedingung: am Ankunftstag
auch wieder zurück. Na dann, nichts wie hin.
Nach
11 Std. Zugfahrt (900 km) Ankunft Hamburg 09:00 Uhr, gings dann zum alten
Elbetunnel beim Landesteg (St. Pauli). Anders als der Greenwich-Foottunnel
hat der Elbetunnel zwei Röhren die dazu auch noch etwas grösser
im Durchmesser sind. Der Tunnel wurde als Fahrzeug-Tunnel gebaut und an
beiden Seiten hat es mehrere grosse Aufzüge womit PKW und (kleinere)
LKW transportiert werden können. Die Marathonstrecke besteht aus
48 Runden (eine Röhre hin, andere Röhre zurück) von 868.5
m. plus noch 508.0 m. (nach DLV/IAAF/AIMS). Das Reststück wird vor
dem Zieleinlauf / Rundenzählung absolviert, d.h. die Ziel / Mess-Linie
sollte 49 Mal überschritten werden.

Bei
meiner Ankunft waren bereits einige Leute da und die Ausgabe der Startnummer
hatte gerade angefangen. Die noch zum Start verbleibende Zeit verbrachte
ich mit umziehen und umschauen. Die Ein- und Ausgangsbereiche des Tunnels
haben eine interessante Konstruktion (und werden z.Z. renoviert). Grob
geschätzt gab es ca. 150 Teilnehmer. Später hatten sich weitere
50-100 Zuschauer eingefunden, Originell war der (längere) Auftritt
des Hamburger "Spielmannzug", die Trommeln und Pfeiffen tönten
eigenartig in so einem Tunnel und errinnerten mich an die Basler Fasnacht!
Nach dem Start, das "Reststück" und dann das kam das Rundendrehen.
Die Strecke ist leicht Wannenförmig, d.h. am Anfang und am Ende ging
es gering Bergauf bzw. -ab. Mit zunehmender Rundenzahl merkte man das
dann schon! Die Verpflegung war Prima, es gab eine gute Auswahl an Essen
und Getränken (für Liebhaber sogar Bier). Das Laufen ging mir
verhältnismässig gut ab, ich konnte den ganzen Lauf ohne Gehpausen
durchhalten; nach 4 Monaten Laufpause nicht schlecht (auch wenn ich's
selber sage).
Mit
der Rundenzählung gab es, trotz Champion-Chip, meiner Meinung nach
ein Problem. Gegen Schluss wurden mir, im Vergleich zu meiner Palar-Uhr,
zwei Runden zu wenig gezählt! Da ich kein Risko eingehen wollte,
habe ich darum die mir verbleibenden Runden gelaufen, wobei am Ende wieder
eine zu wenig ausgerufen wurde. Zwischendurch gab es - weil der Speaker
mit der Siegerehrung beschäftigt war - für die "Langsamen"
keine Rundenmeldungen mehr. Das Resultat war, dass ich schlussendlich
50 Runden gemacht habe. Meine "netto" (42.195) Marathonzeit
war damit 04:25:07, "brutto" (43.066) hatte ich 04:31:06. Am
Schluss habe ich sicherheitshalber, den laut Speaker als zu zuviel gemeldete
Runde, als Cool-Down gelaufen - you never know! Es war nicht schlimm,
dass ich zu viel gelaufen bin, laufen kann man nie genug, aber dieses
hin und her hat mich iritiert.
Nach dem Lauf habe
ich mich umgezogen und ging wieder zum Bahnhof. Die Wartezeit habe ich
dann in einem Bücherladen und mit Kaffee verbracht. Es war herrlich
die müden Knochen im Schlaff-Abteil hinstrecken zu dürfen!
Tunnelläufe
haben etwas faszinierendes. Man lernt sich gut kennen, vorallem da es
wenig zu sehen gibt. Als weitere Hilfe einen Kopfhörer mit inspirierender
Musik und man kann sich voll auf sich konzentrieren. Es ist toll bei den
100MC's Gast zu sein. Man trifft eindeutig mehr Gleichgesinnte, als bei
anderen Marathons. Ich möchte es dann an dieser Stelle auch nicht
missen, die 100MC für die Organisation der Läufe zu danken.
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